Rebhühner schützen

Gemeinsame Landschaftspflegeaktion von LBV und AELF

Mitte August trafen sich die Schüler der Landwirtschaftsschule Pfaffenhofen mit ihren Fachleitern Dr. Sebastian Gresset und Bernhard Heindl, der Wildlebensraumberaterin Claudia Förschler und den LBV Vorsitzenden Christian Huber und Armin Günter auf der Rebhuhnschutzfläche der Familie Scheller, die die LBV Kreisgruppe seit vielen Jahren betreut. Die Landwirtschaftsklasse hatte sich im Fach Naturschutz und Landschaftspflege in diesem Jahr intensiv mit den Feldhühnern Wachtel, Fasan und Rebhuhn befasst. Nun sollte mit diesem Praxistag verdeutlicht werden, mit welchen Maßnahmen man Flächen so aufwerten kann, dass sie für Rebhühner einen wertvollen Lebensraum bilden.

 

 

Gemeinsam mit Professor Leppelsack hatte Dr. Gresset einen genauen Plan entwickelt, wie man die Struktur der Fläche zugunsten der Rebhühner aufwerten wollte. Dafür wurden die Schüler in 4 Gruppen eingeteilt, jede mit einem eigenen Aufgabengebiet. Zuerst galt es mit dem Freischneider Wege in der Fläche anzulegen, die klare Wegeführung erleichterte das Arbeiten und sollte die Störung in der Fläche minimieren. Eine weitere Gruppe machte sich daran die alten Zäune rund um die Hecken zu entfernen. Diese waren ursprünglich als Verbissschutz errichtet worden, verhinderten aber zuletzt eine sinnvolle Pflege der Hecken. So gestaltete es sich recht mühselig und schweißtreibend den stark eingewachsenen Drahtzaun herauszuziehen. Nicht weniger ins Schwitzen kam die Gruppe, die mit dem Spaten eine rund 10qm große Fläche umgraben musste. Hier wurde später Waldstaudenroggen ausgesät, eine alte Getreideart, die mehrjährig auf der Fläche bleibt und winterlicher Futtervorrat für die Rebhühner werden soll. Für eine willkommene Erfrischung sorgte das Angießen der Saat, das vorher mitgebrachte Wasser wurde großzügig über Fläche und Schüler verteilt. Mit der Errichtung eines Lesesteinhaufens wurde ein Habitat für Insekten geschaffen, diese dienen den Rebhühnern als Nahrung bei der Aufzucht der Jungen. Das beim Auslichten der Hecke anfallende Schnittgut wurde in den Randbereichen der Fläche als Benjeshecke aufgeschichtet, diese Totholzhecken sind Unterschlupf und Nahrungsraum für Vögel und Insekten. Ebenso wie die Schlehenhecke, die aus vorher ausgegrabenen Wurzelausläufern entlang eines Teiles der Fläche neu angelegt wurde. Trotz der steigenden Temperaturen packten die Landwirtschaftsschüler kräftig mit an und sorgten mit ihrem Einsatz für eine deutliche Anreicherung der Strukturen in der Fläche. 

Rückschlag für unser Projekt

 

 

 

Einem Räuber ist eines der Alttiere auf unserer Schutzfläche zum Opfer gefallen. Wer es war, darüber können wir nur spekulieren.

Wenige Tage später findet sich in diesem Bereich bis auf eine einzelne Schwungfeder überhaupt kein Anzeichen mehr dafür, dass an dieser Stelle ein totes Tier gelegen hat. 

Flächenmanagement als wichtiger Teil des Rebhuhnprojektes

Foto: LBV Bildarchiv Gunther Zieger
Foto: LBV Bildarchiv Gunther Zieger

Das Rebhuhn ist auf eine vielfältige Landschaft mit Hecken, Hochstaudenbereichen und Ackerrainen angewiesen. Doch aufgrund der heutigen intensiven Nutzung der Agrarlandschaft sind solche Lebensräume rar geworden.

Das Rebhuhnprojekt will einen geeigneten Lebensraum schaffen, der Nahrung bietet und in dem Rebhühner Schutz vor Fressfeinden finden. Durch extensive Bewirtschaftung fördern wir den Nahrungsreichtum an verschiedenen Wildkräutern für die adulten Tiere, sowie Insekten für die Küken. Auf einer Ausgleichsfläche der Scheller Mühle haben wir mit Unterstützung der Familie Scheller Hecken gepflanzt und einen Wildblumenacker eingesät. Als Besonderheit wurde ein Acker mit Hafer angelegt, der nicht geerntet wurde, sondern den Rebhühnern über den Winter als Futterquelle und Rückzugsort zur Verfügung stand. Auch in Zukunft werden wir uns an dieser Stelle intensiv mit Ideen zum Schutz der Rebhühner befassen.

Ansprechpartner:

Prof. Hans Leppelsack

08441/492727