Im Einsatz für das Rebhuhn

LBV Projekt zur Erfassung des Bestandes im Landkreis hat begonnen

So etwas würden wir gerne häufiger im Landkreis zu sehen bekommen, die Anzahl der Rebhühner ist aber dramatisch zurückgegangen. Bild Günther Zieger LBV Bildarchiv
So etwas würden wir gerne häufiger im Landkreis zu sehen bekommen, die Anzahl der Rebhühner ist aber dramatisch zurückgegangen. Bild Günther Zieger LBV Bildarchiv

Nur noch selten man das Rebhuhn in unserer Gegend leider zu hören oder gar zu sehen. Der Balzruf des Männchens, ein markantes „girrhäk“, ist rar geworden. Mehrere Vogelzählungen dokumentieren den dramatischen Rückgang der Rebhühner, auch im Landkreis, aus vielen Bereichen unserer Landschaft sind sie verschwunden. Im Feilenmoos und im mittleren Ilmtal etwa, dort konnte man sie vor etwa 15 Jahren noch deutlich häufiger beobachten. Dem LBV stellten sich folgende Fragen: Wie viele Rebhühner gibt es denn im Landkreis überhaupt noch? Und wo kommen diese noch vor? Wie kann man den Bestand durch Änderung der Flächenbewirtschaftung und Biotopvernetzung fördern. Daraus entstand das Projekt „Kartierung der Rebhühner im Landkreis“, welches nun Antworten auf diese Fragen geben soll.

 

In Zusammenarbeit mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF), den örtlichen Jägern, engagierten Bauern und natürlich den Aktiven der Kreisgruppe, sollen Maß-nahmen ergriffen werden, um die Zukunft der Rebhühner zu sichern. Schon im Anfangsstadium des Projektes gab es von im Rebhuhnschutz engagierten Jägern positive Bestandsmeldungen zu Rebhühnern in ihren Revieren. Das lässt für die Zukunft hoffen. Seit Anfang März werden Rebhühner mittels Klangattrappe in den Flächen, für die aus jüngerer Zeit aktuelle Nachweise vorliegen, ganz gezielt gesucht. Dabei geht es jetzt im zeitigen Frühjahr darum, alle balzrufenden Männchen zu finden. Diese reagieren auf die Klangattrappen, indem sie dem vermeintlichen Eindringling in ihr Revier antworten. Im Frühsommer sollen dann Junge führende Rebhühner lokalisiert werden. In einem weiteren Schritt sollen ausgewiesene Rebhuhnreviere gestaltet werden. Gefördert wird das Projekt vom Bayerischen Naturschutzfond, aus den Mitteln der Glücksspirale. Diese unterstützt jährlich Artenschutzprojekte in Bayern mit finanziellen Mitteln.

 

Das Rebhuhn stellt besondere Ansprüche an seinen Lebensraum, sein Verbreitungsgebiet liegt schwerpunktmäßig in halboffenen, steppenartig strukturierten Landschaften Europas bis Zentralsibirien. Unsere Ackerlandschaft früherer Prägung war daher ein optimal. Aufgrund intensiverer Landbewirtschaftung ist die Art insbesondere in Mitteleuropa extrem stark zurückgegangen. Es fehlt dem Rebhuhn an schütteren Brachflächen in wärmeren Gegenden, durchsetzt mit vielen Hecken und eher kleinparzelligen Feldern, mit unterschiedlichen Ackerfrüchten.  Im Landkreis fanden sich ursprünglich solche Gebiete, etwa in den Flusstälern von Ilm und Paar, sowie in den (ehemaligen) Niedermoorgebieten im Donautal, etwa dem Feilenmoos oder dem Irschinger Moos. Wo alle Bedingungen günstig sind, findet man noch etwa 30 Brutpaare auf einen Quadratkilometer. Aktuell lebt in den meisten Gebieten hochgerechnet etwa ein einziges Brutpaar auf gleicher Fläche. Das Rebhuhn baut im Mai gut versteckt in Hecken oder Feldrainen sein Nest, in das es etwa 10-20 Eier legt.  Nach gut drei Wochen, in denen nur das besser getarnte Weibchen brütet, schlüpfen dann innerhalb eines Tages die Jungen. Das Männchen hält in dieser Zeit immer in der Nähe des Nestes Wache. Die jungen Nestflüchter werden dann von beiden Elternteilen geführt und bei Gefahr gewarnt. Die Schlupfquote der Gelege ist dabei recht hoch. Allerdings erreichen nicht mal 20% der geschlüpften Jungen das Erwachsenenalter. Die Familienverbände, im Fachjargon auch Ketten genannt, bleiben bis ins zeitige Frühjahr beisammen.  Der Verlust ist bedingt durch Mahd, Prädation, Nahrungsmangel und Witterung sehr hoch.

 

Der LBV ist für jede Beobachtungsmeldung aufmerksamer Naturfreunde sehr dankbar. Nur somit lässt sich ein möglichst umfangreiches Verbreitungsbild für den Landkreis erstellen